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DESHALB LAUFE ICH 2017 DOCH KEINEN MARATHON

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Deshalb trete ich 2017, obwohl ich mich bereits angemeldet und 75 Euro dafür hingeblättert habe, NICHT beim Haspa-Marathon in Hamburg an…

DIE KUNST DES SCHEITERNS

…weil ich’s nicht kann. Punkt. So könnte dieser Artikel anfangen und auch gleich wieder enden. Aber dann hätte ich das Wesentliche nicht gesagt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es eigentlich schaffen würde, einen Marathon zu laufen. Mit ‚eigentlich‘ meine ich ohne große Ambitionen mit einer Pace von, sagen wir mal 6:50, und einigen Gehpausen. Ich kann noch problemlos immerhin 26 Kilometer am Stück laufen und von dort an kann man theoretisch ja weiter aufbauen. Um einmal mitzumachen und es zu schaffen, hätte es, so nehme ich an, ohne angeben zu wollen, wahrscheinlich knapp gereicht. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht und Spaß an der Sache – dafür hätte es allerdings nicht, never, niemals im Leben gereicht und da wäre sie auch schon, die Crux an der Sache: Ich finde nicht, dass man im Leben Dinge tun sollte, nur weil andere sie tun, man ein ehrgeiziger Mensch ist und denkt, dass man sie tun sollte. Dafür ist das Leben zu kurz, der Körper zu kostbar und die Zeit, die man hat, zu schade. Ich habe anfangs nach Plan trainiert, der an den Wochenenden immer – damals hatte ich noch gut 4 Monate Zeit zu trainieren – Strecken von 18 bis 26 Kilometer als langen Lauf vorsah. Das habe ich auch, so gut es ging, durchgezogen. Aber irgendwie lief (haha) es halt nicht so richtig gut. Nach den langen Läufen war ich oft krank und so schleppte ich von Dezember bis März immer wieder lästige Infekte mit mir herum. Und das, obwohl ich sonst, wirklich selten krank bin.

Dann habe ich bei einem Event für zugarandzalt Professor Dr. Winkler, den Arzt von Langstreckenläufer Kai Markus kennen gelernt. Der erklärte mir, dass so ein Marathontraining auch nicht ganz auf die leichte Schulter zu nehmen sei. Man sollte zumindest mal seine Blutwerte checken, damit der Körper auch ausreichend mit allen Nährstoffen versorgt wird. Man muss dazu sagen, dass ich, abgesehen davon, dass ich seit 12 Jahren kein Fleisch esse – gern nach Lust und Laune esse, ohne mir etwas zu verbieten, Nahrung auf Gehalt zu tracken oder mir Ernährungspläne erstellen zu lassen. Warum auch? Ich bin weder Topmodel noch Leistungssportler, sodass ich mir um eigentliche Nebensächlichkeiten wie Essen keine zu großen Sorgen machen sollte, zumal ich meistens auf nicht allzu ‚ungesunde Dinge‘ Lust habe.

Wenn ich aber versuche Marathon zu laufen, sieht mein Körper das wohl anders. Dann gibt er sich nicht mehr zufrieden damit, einfach das anzunehmen, was ich ihm gebe und rebelliert mit Infekten. Nun hätte ich sicher damit anfangen können, mich untersuchen zu lassen, Tabletten und Vitamine zu schlucken aber ganz ehrlich: WARUM? So sehr ist und war es nie mein Ziel, Marathon zu laufen, dass ich mir deshalb Dinge verbieten und Lebensqualität rauben möchte. Es mag für manche Menschen der große Traum sein, einmal nach 42,195 Kilometern über die Ziellinie zu laufen – für mich ist es das nicht. Ich liebe Sport, ich liebe das Laufen, aber nur weil es das Ziel von anderen Menschen ist, einen Marathon zu laufen, sollte ich es nicht zu meinem eigenen machen.

DAS LEBEN IST ZU KURZ FÜR FREMDE PLÄNE

Heutzutage ist es so leicht, so viele Dinge zu tun, Sachen von einer ‚Bucket List‘ abzuarbeiten, von denen man denkt, dass sie eben dazu gehören: einmal im Leben Fallschirm springen, einen Marathon laufen, durch Australien touren, ohne dass man jemals kurz inne gehalten hat und sich gefragt hat, ob man da gerade wirklich tut, was einem das Herz sagt. Ich stehe beim Marathon nicht wirklich mit dem Herzen dahinter. Ich habe super großen Respekt vor allen Menschen die 4 Stunden (v-i-e-r. Das ist ein halber Arbeitstag) und mehr am Stück laufen können und dabei noch Spaß empfinden. Ich gehöre nicht dazu. Ich bin gern auch am Wochenende so frei zu entscheiden, dass ich meinen Vormittag nicht für einen dreistündigen Lauf nutzen, sondern lieber an die Ostsee, mit Rudi auf den Hundespielplatz oder für eine Yogasession nutzen will. Da ist jeder anders und jeder hat Freude an anderen Dingen. Ich mag jedenfalls nach Lust und Laune leben und nicht nach einem Plan, der nicht mein eigener ist.

Deshalb trete ich 2017 nicht beim Marathon an. Weil ich es nicht kann, weil ich es nicht will und weil es – zumindest jetzt – nicht mein Ziel ist. Allen, die wirklich Spaß daran empfinden und deren eigens erklärtes Ziel es ist, 2017 mit dabei zu sein, wünsche ich viel Erfolg und noch viel mehr Freude an der Sache. Ihr rockt das!

nina

be humble, stay hungry!

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